Wednesday, April 15, 2015

Gelassenheit ist verdammt schwer

In meiner letzten Therapiestunde haben wir festgestellt, dass ich eine Sache akzeptieren muss, weil ich nicht in der Position bin sie zu ändern. Gelassenheit ist das Zauberwort. Und natürlich habe ich verschiedene "Werkzeuge" an die Hand bekommen, um diese Gelassenheit zu üben.

Das ist jetzt zwei Wochen her. Von Gelassenheit keine Spur. Im Gegenteil, ich rege mich so auf, dass ich die Werkzeuge vergessen habe!
Und überhaupt: Wie kann ich hier sitzen und von 100 an rückwärts zählen (ausatmen bei jeder Zahl), wenn alles in mir "REVOLUTION!!!" brüllt? Ich kann diese Sache immer noch nicht ändern, werde es nie können, und das regt mich auf!
Es ist so ein schöner Tag mit Sonnenschein und blauem Himmel, ich habe sogar frei, und alles, was ich tun kann, ist hier zu sitzen und mit den Zähnen zu knirschen. Korrektur: Es heißt nicht "alles, was ich tun kann". Es müsste heißen: Alles, was ich tue.
Na, wenigstens klappt es mit der Selbstreflexion.

Gelassenheit. Das hört sich so einfach an. Es gibt so viele Bücher darüber, auch von selbsternannten Selbstpublishern. Ratschläge und Methoden von A bis Z. Genauso wie bei Stressmanagement: Achtsamkeitstraining, Autogenes Training, Meditation, Yoga, Muskelentspannung nach Jacobson, Zen...
Ich hab mal recherchiert und die reine Informationsflut lässt meinen Kopf dröhnen.

Kann man Gelassenheit wirklich lernen? Oder ist das so eine Sache, die man entweder drauf hat oder nicht - wie Mathe z. B.?
Und wenn man es lernen kann, wie lange wird es dauern, bis ich hier sitze und in mir ruhe? Jahre? Und was passiert in der Zwischenzeit?

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Nachtrag 14.48 Uhr: Rahael hatte geraten mal kurz raus zu gehen. Daraus wurde ein einstündiger Sonnenspaziergang und ein Schoko-Milchshake. Jetzt fühle ich mich schon viiiiiiel ruhiger.

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