Wednesday, June 25, 2014

Loading - please wait - please wait - please wait

Und hier bin ich wieder. Sitze mit nassen Haaren vor dem PC und habe zum wiederholten Mal einen neuen Eintrag geöffnet, von dem ich nicht weiß, wie er enden wird.
Oder ob ich ihn überhaupt fertig schreibe.
Ob ich ihn überhaupt veröffentliche.

In den letzten Tagen hatte ich mich zurückgezogen. Nicht nur vom Blog, sondern auch bei FB. Keine neue Statusmeldung, keine beantworteten Kommentare, kein "Gefällt mir".
Ich war down.
Was heißt "war". Ich bin down. So down wie schon lange nicht mehr.
Schatzi versucht sein Möglichstes, mich aufzumuntern und Mom genauso. Vielleicht bin ich urlaubsreif. Vielleicht brauche ich wirklich ein paar Tage in Köln. Eine andere Umgebung. Eine andere Energie. Überhaupt Energie.

Heute war ich auch wieder in der Therapie. Ich hab geweint. Und die Sitzung endete für mich über der Toilettenschüssel. Selbst jetzt ist mir noch flau.
Vergangenheitsbewältigung kann schon hart sein.
Besonders interessant wird es, wenn man ein paar Fäden aus der Vergangenheit in der Hand hält, von denen man sich nicht trennen will. Weil man glaubt, es würde einem das Herz brechen.

Ganz abgesehen von dem Thema in der Therapiestunde fiel mir auf, dass ich mich in der letzten Zeit wieder mehr mit der Vergangenheit beschäftige. Ich lese wieder "die alten Blogs". Ich schreibe auch ein bisschen daran herum. Manchmal kommt mir auch etwas von einer gewissen Lady in den Sinn, was ich dann aufschreibe.
Auf der einen Seite liebe ich es. Ich kann nicht einmal in Worte fassen, wie sehr. Auf der anderen Seite frage ich mich manchmal nach dem Warum.
Es ist doch alles schon so lange her (sprichwörtlich). Es gibt Fragen, die nie beantwortet werden. Es gibt Dinge, die für immer in einem Wald begraben sind.
Und trotzdem mache ich es immer wieder. Ich streife abwechselnd durch kaffedurchtränkte Nächte und stundenlange MSN-Konversationen und durch ein lange vergangenes England. Ich rieche Erdbeershampoo und den Rauch eines Lagerfeuers. Ich höre das Röcheln einer Kaffeemaschine und das "Wump", wenn ein Pfeil irgendwo einschlägt. Ich wandere durch Fiktion und Wirklichkeit wie ein ruheloser Geist. Und manchmal gehe ich sogar noch weiter. Dann breitet meine Energie sich aus wie Kletterefeu, um den halben Erdball.
Doch auf jede Euphorie folgt eine Ernüchterung. Und unweigerlich steht da wieder dieses Warum. Dann lasse ich es wieder sein, manchmal für viele, viele Monate. Bis es wieder anfängt. Ich kann mich nicht trennen. Auf der anderen Seite gibt es nichts Schlimmeres als etwas zu vermissen, was nicht mehr da ist. Jemanden zu vermissen, der nicht da ist. Manchmal glaube ich zu spüren, wie mein Herz bricht.
Und dann bin ich wütend und frage mich: Warum habe ich denn das alles, wenn ich nichts damit anfangen kann?!

Vielleicht liegt da auch nicht das Problem.
Vielleicht ist das Problem, dass jeder sich weiterentwickelt, während ich das Gefühl habe immer noch an der gleichen Stelle zu stehen. Ich habe keine Passion, keine Zukunftsvision - gar nichts. Nichts, was mich von der Vergangenheit ablenkt.
Mein Therapeut meinte, dass ich zu schnell zu viel will. Und dass das Leben manchmal ein Ladebalken ist, der halt nur laaaaaangsam in die Pötte kommt. Bis man irgendwann wieder "online" ist. Die Frage ist nur, was tue ich in der Zwischenzeit außer warten...?