Saturday, January 30, 2010

Ein seltsamer (Alp)traum

Diesen Traum hatte ich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch und weil er mir immer noch so überdeutlich im Gedächtnis herumspukt, werde ich ihn jetzt mal aufschreiben.
Ich bin mir nicht sicher, ob es ein "Alptraum" war oder nicht, aber zumindest hatte ich ihn nach dem Aufwachen zunächst als Alptraum empfunden.

Ob Träume nur das Produkt einer überspannten Phantasie sind, ob dadurch Alltagserlebnisse verarbeitet werden oder ob es sich um Botschaften des Unterbewusstseins handelt, bleibt an dieser Stelle übrigens jedem selbst überlassen. ;)

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Der Traum begann mit dem Gefühl, es eilig zu haben.

Anscheinend war ich in Urlaub - zumindest ließ das die Landschaft vermuten.
Immer wieder sah ich ein tiefblaues glitzerndes Meer, Palmen und Ruinen aus rötlich-braunem Stein.

Zu Beginn des Traums schien ich mich in einem Ferienhaus zu befinden.
Ich ging in eine Art Wohnzimmer, wo der Papa von meinem Schatz auf einem (roten?) Sofa saß.
Ich zeigte ihm meine Digitalkamera und sagte zu ihm, dass ich jetzt losgehen und Fotos machen wolle.
Mein "Schwiegervater" antwortete mir, ich solle mich vor dem Friedhof hüten, wenn die Sonne untergeht.

Dann war ich unterwegs.
Ich sah das dunkelblaue glitzernde Meer in der Ferne und Palmen, und ich war traurig - sogar sehr sehr traurig -, weil ich nicht mehr lange an diesem Ort sein würde.
Aus diesem Grund hatte ich ein riesiges Bedürfnis, Fotos zu machen.
Ich wollte alles fotografieren, jede Einzelheit der Umgebung festhalten und die Erinnerung daran bewahren.

Ich sah mich auf einem kleinen, quadratischen und offenen Platz.
Hinter dem Platz stand eine Reihe von steinernen, halb zerfallenen und verlassenen Gebäuden.
Und an jeder Ecke des Platzes ragte eine rötlich-braune Steinsäule in den Himmel.

Der Boden des Platzes war aus hellbraunem und gelbem Sand, sehr staubig und trocken.
Die Sonne stand hoch am Himmel und schien gleißend auf mich herab. Aber ich spürte die Hitze nicht.
Obwohl es mir an diesem Ort gefiel, fand ich kein Motiv zum fotografieren und zog seufzend weiter.

Ich sah einen Friedhof im Sonnenuntergang.

Dann stand ich in einer Art Freibad.
Es war ein riesiges Gelände mit dunkelgrünem Gras, Bäumen mit dunkelgrünen Blättern und violetten Blüten und vor allem ganz ganz vielen Menschen.
Die Menschen störten mich, denn sie waren mir ständig im Bild und ich konnte das dunkelblaue Meer in der Ferne deswegen nicht fotografieren.

Ich steuerte auf eine Art Ufer zu.
Dieses Ufer war künstlich geschaffen worden, denn es war aus abgerundetem grauen Stein und über und über mit bunten Mosaiksteinen besetzt.
In dem Mosaik war ein Muster eingelassen - die Umrisse von drei großen silbernen Fischen, die im Sonnenschein glänzten.
Sanfte Wellen aus smaragdgrünem Wasser brachen sich an dem Ufer.
Ich kniete mich hin und zückte die Kamera.
Plötzlich tauchte eine schmale grüne Schlange aus dem Wasser auf und umschloss mit ihrem Maul das Objektiv meiner Kamera.
Ich ließ die Kamera sofort fallen, aber die Schlange dachte nicht daran, loszulassen.
"Das", dachte ich. "ist ein Problem..."
Im nächsten Augenblick tauchte eine große Schildkröte aus dem Wasser auf und biss der Schlange in den Hals.
Daraufhin ließ die Schlange meine Kamera los und die Schildkröte ließ die Schlange los.
Ich nahm die Schlange am Schwanz, hielt sie der Schildkröte hin und die Schildkröte biss der Schlange den Kopf ab. Das alles ohne einen Tropfen Blut.
(Im Nachhinein fand ich das sehr grausam von mir!)

Dann war es stockdunkel und ich stand vor einer großen steinernen Ruine.
An dieser Ruine war eine Hinweistafel aus Metall angebracht, auf der ein Vers eingraviert war. Ich kann mich leider nur noch an zwei Worte erinnern: "Schwarzer Ritter".
Unter dem Vers waren außerdem noch Kreuze in verschiedenen Formen und Größen eingraviert.
Vor der Ruine standen zwei junge Männer.
Einer hatte kurze braune Haare und einen Bart.
Der andere hatte einen kahlrasierten Kopf und trug einen hellgrauen Pullover. Um seinen Hals hing ein rundes silbernes Amulett an einem dünnen Lederbändchen.
Dieses Amulett kannte ich, da war ich mir vollkommen sicher. (Aber es war nicht das Siegel.)
"Du bist ein Kreuzritter", sagte ich (aus mir unerfindlichen Gründen) zu dem Mann im grauen Pullover und hob die Kamera, um ihn zu fotografieren.
Aber als ich durch die Linse schaute, fiel mir etwas auf. "Dein Amulett ist verschwunden", bemerkte ich.
Der Mann in dem grauen Pullover lächelte und klopfte sich mit der Handfläche seiner linken Hand leicht gegen die Brust.
"Dieses Amulett", erklärte er. "darf niemals fotografiert werden."
Dann waren die beiden jungen Männer weg. Als hätten sie sich in Luft aufgelöst.

Während ich erstaunt in dieses Nichts vor mir starrte, spürte ich, wie jemand meinen Ellenbogen umfasste und eine sanfte männliche Stimme flüsterte mir ins Ohr: "Du solltest nicht hier sein."
Im nächsten Augenblick war ich umringt von ganz vielen Leuten.
In der Dunkelheit konnte ich nur ihre Konturen erkennen (es waren mehrere junge Männer darunter), aber ich wusste instinktiv, dass ich sie kannte und dass sie meine Freunde waren.
In der Dunkelheit war ein Knacken zu hören, wie wenn jemand mit dem Fuß auf trockenes Geäst tritt.
Der Griff um meinen Ellenbogen wurde fester und die männliche Stimme drängte: "Wir müssen von hier verschwinden! Jetzt! Schnell!"
Sofort rannten wir alle gemeinsam los.
Doch nach ein paar Schritten blieb ich stehen und rief: "Meine Kamera! Ich habe meine Kamera vergessen!"
Aber da war auch schon jemand hinter mir, der mir meine Kamera in die Hand drückte und mich weiter zog.

Dann blieb ich schon wieder stehen, denn etwas hatte meine Aufmerksamkeit erregt.
Vor mir am Wegesrand erhoben sich drei riesige beleuchtete Pyramiden aus Glas.
In jeder dieser Pyramiden waren Skulpturen von Frauenköpfen zu sehen. (Sie erinnerten mich entfernt an Medusa.)
Diese Skulpturen waren übergroß und aus einem bronzefarbenen Metall mit Grünschimmer. (Vielleicht waren sie mit Grünspan überzogen?)
Anscheinend sollte jede der Skulpturen etwas Bestimmtes darstellen (z. B. eine Emotion), denn neben jeder war ein Schild zu lesen: "Schön", "Hässlich", "Glücklich", "Traurig", "Wütend"...
Während ich eins dieser überdimensionalen Frauengesichter anstarrte, spürte ich zwei Hände, die sich mir auf die Schultern legten und hörte wieder die gleiche männliche Stimme wie zuvor: "Nicht stehenbleiben!" flüsterte sie. "Nicht umdrehen! Geh weiter, geh weiter, geh weiter!"
Die Hände drückten auf meine Schultern und ich wurde von ihnen weggeschoben.
Weg von den Pyramiden.

Ich wachte auf und schnappte nach Luft.
Um mich herum war schwärzeste Dunkelheit und ich konnte überhaupt nichts sehen.
Ich hatte keine Ahnung, wer ich war, wo ich war, geschweige denn wieviel Uhr es war.
Aber da war wieder dieses Gefühl von zwei Händen, dieses Mal streichelten sie mir über meine Haare.
"Schlaf weiter", hörte ich die (mittlerweile) bekannte männliche Stimme. "Und hab keine Angst im Dunkeln. Die musst du nicht mehr haben."

Ja... und dann bin ich aufgewacht.

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Diese männliche Stimme aus diesem Traum hatte übrigens nie ein Gesicht oder eine Gestalt. Es war immer nur eine Stimme und eben das Gefühl einer Berührung.

Was mir an dem Traum auffällt, ist, wie oft die Farbe Grün darin vorkommt: Dunkelgrünes Gras, dunkelgrüne Blätter, smaragdgrünes Wasser, eine grüne Schlange, eine grüne Schildkröte, Skulpturen aus Metall mit einem Grünschimmer...

Außerdem bin ich nie dazu gekommen, ein Foto zu machen. Immer hat mich irgendetwas daran gehindert.

Wenn ich mein Buch über Traumdeutung wieder finde und viel Zeit habe, werde ich den Traum mal analysieren. ;)
Ich könnte natürlich auch googeln, aber irgendwie habe ich - wenn es um Träume geht - lieber ein Buch in der Hand. ^^

1 comment:

Feona Malea said...

Was für ein Traum!

Wovor wollte der Mann dich bewahren?! Was bringst du damit in Verbindung?

Mit dem Grün? Mit der Schlange - der Schildkröte ... den Frauen.

Schreib dir doch mal auf, was Du damit so in Einklang bringst. Ganz spontan ohne nachzudenken :)

Ich bin gespannt!