Thursday, July 09, 2009

Beckys Birthday - Part IV


20.25 Uhr
Start: Köln - Ziel: Mönchengladbach

Düsseldorf ist eine Stadt, die ich anscheinend nicht erreichen soll.
Denn jetzt sitze ich nicht mehr im ICE Hamburg-Altona Richtung Düsseldorf, sondern im RE von Köln Hbf nach Mönchengladbach Hbf.
Und das kam so:

Ca. 30 Minuten zuvor:
"Sehr geehrte Fahrgäste, in Kürze erreichen wir Köln Hbf!" tönte es im ICE aus dem Lautsprecher.

Die junge Frau neben mir packte "P.S. Ich liebe dich" in ihre Tasche und kletterte gemächlich Richtung Ausgang.
Juchuuuuuu - ich hatte endlich Platz! ^^
Sofort bezog ich den Platz am Fenster und schob meine Reisetasche unter meine Füße.
Der Rest der Fahrt konnte nur angenehmer werden! ^^
Dann kramte ich meine Kamera aus der Reisetasche.
Ein paar Bilder von Köln bzw. vom Dom mussten einfach sein, wenn auch nur vom Zug aus.
(Siehe Collage oben.)

Ich war gerade fröhlich am Knipsen, als der Lautsprecher knackte und eine weitere Durchsage kam: "Sehr geehrte Fahrgäste, soeben erreicht uns folgende Meldung: Aufgrund von Unwetterwarnungen in Nordrhein-Westfalen wird unser Zug an folgenden Stationen nicht halten: Düsseldorf..."
In meinem Kopf begann es zu rattern.
Düsseldorf...?
DÜSSELDORF?!? o.O
ABER DA MUSSTE ICH DOCH HIN!!! >.<

Für lange Überlegungen blieb mir natürlich keine Zeit, denn genau in diesem Moment fuhr der Zug am Kölner Hauptbahnhof ein. So schnell wie möglich schnappte ich die Kamera, die Reisetasche, den Rucksack und den ausliegenden Reiseplan, um gleich darauf aus dem Zug zu hüpfen.

Da stand ich nun - am Hauptbahnhof in Köln.
Einem Bahnhof, der mir mindestens genauso suspekt ist, wie Frauen, die bei "P.S. Ich liebe dich" nicht weinen.

(Meine beste Freundin sagte später zu mir: "Wenn man das System dieses Bahnhofs einmal kapiert hat, ist es eigentlich ganz easy, sich dort zurecht zu finden. Aber wenn man - wie du - so gut wie nie dort ist, fühlt man sich absolut verloren." Das kann ich nur bestätigen!)


Ich stampfte mit dem Fuß auf und brüllte: "Was für eine Sch****!!!"

Dann suchte ich mein Handy und schrieb Becky eine SMS, dass ich - theoretisch gesehen - am Kölner Hauptbahnhof festsitze, weil meine Zugfahrkarte für alle weiteren Verbindungen nicht ausgelegt ist.
Ich machte einen Versuch, einen Infoschalter zu finden, aber der Bahnhof war zu groß und die Zeit war zu knapp.
Dann entschloss ich mich, mich einfach in den nächsten Zug nach Mönchengladbach um 20.25 Uhr zu setzen - ungültige Zugfahrkarte hin oder her. Und wenn ich deswegen Ärger bekäme, würde ich den Zug auseinander nehmen.

Ich bekam eine SMS von Becky und einen Anruf von Christiane mit dem Angebot, dass sie mich auch in Köln Hbf aufsammeln können.
Das war soooooo lieb! ^^
Aber ich entschied mich trotzdem für den Zug. Das war unkomplizierter für uns alle.
Und auf die fünfundvierzig Minuten kommt es auch nicht mehr an. ;)

Hier endet mein Palm-Bericht über die Fahrt nach Mönchengladbach.
Aber über das Wochenende an sich, werde ich natürlich auch noch schreiben! ^^

To be continued

Wednesday, July 08, 2009

Beckys Birthday - Part III

18.35 Uhr
Start: Mannheim - Ziel: Düsseldorf

Wenn jetzt noch der Zug kam, war alles in Ordnung? Von wegen!
Okay - ich gebe zu, der ICE ist gekommen (mit den angekündigten zehn Minuten Verspätung).
Aber die Fahrt ist jetzt schon so ziemlich das Unbequemste, was ich seit langem erlebt habe. *stöhn*

Ganz offensichtlich bin ich nicht die einzige Person, deren Reiseverbindung heute umgebucht worden ist. Von daher ist auch dieser ICE "gut gefüllt". -.-

Ich bin eingepfercht auf einem Zweiersitz neben einer jungen Frau, die in "P.S. Ich liebe dich" vertieft ist.
(Ich frage mich ernsthaft, wie sie dieses Buch lesen kann, ohne die geringste Gefühlsregung zu zeigen bzw. ohne zu heulen. o.O Ich habe das Buch nämlich gelesen und ich habe ungefähr ab Seite 3 geheult!)

Noch nicht einmal meine Reisetasche hat Platz auf der Gepäckablage. Sie steht hochkant zwischen meinen Beinen und mein Rucksack liegt noch obendrauf.
Meine Bewegungsfreiheit ist damit gleich Null. -.-

Habe ich schon einmal erwähnt, wie sehr ich es HASSE, wenn ich mich nicht bewegen kann?!? >.<
Ich HASSE es! Ich HASSE es! Ich HASSE es!
Möglicherweise ist das noch die Nachwirkung von einem Erlebnis im Krankenhaus im Jahr 2000, das ich - für mich persönlich - als sehr schlimm empfunden habe.
Wer weiß - vielleicht wurde ich in einem früheren Leben auch mal von den Indianern an den Marterpfahl gebunden, lebendig begraben oder was weiß ich.
Auf jeden Fall HASSE ich es, wenn ich mich nicht bewegen kann.
Das treibt mich in den Wahnsinn.

"Ruhig bleiben. Tief durchatmen. Keine Panik", wiederhole ich in Gedanken. "Die Fahrt dauert ja nicht ewig."
Ach ja - wie lange dauert die Fahrt eigentlich?
Ich schnappe mir den ausliegenden Reiseplan, auf welchem die einzelnen Stationen inklusive der Anschlussverbindungen aufgelistet sind.
Nach Düsseldorf dauert es zwei Stunden.
Zwei... Stunden... -.-

19.30 Uhr
Immer noch der ICE auf der Fahrt Mannheim - Düsseldorf

Laut dem Reiseplan dauert es noch eine Stunde und vier Minuten bis zur Ankunft in Düsseldorf. -.-
Meine Frustrationstoleranz neigt sich langsam ihrem Ende zu und meine Laune lässt zu wünschen übrig.
Aber noch widerstehe ich dem Drang, mit meinen Füßen gegen den Sitz des Mitreisenden vor mir zu treten oder hysterisch "Ich will hier raaaaaauuuuuus!!!" zu brüllen.
Es würde ja doch nichts ändern. Abgesehen davon, dass ich eventuell aus dem Zug geschmissen werde. Und dann wäre ich nach wie vor kilometerweit von Düsseldorf entfernt. *seufz*

Die junge Frau neben mir ist immer noch in "P.S. Ich liebe dich" versunken und verzieht dabei keine Miene. Das ist mir suspekt.

Da ich kein Buch zum Lesen eingesteckt habe, widme ich mich wieder der Vernichtung der Kekspackung und studiere noch einmal den Reiseplan.
Die nächste Station ist Köln Hbf um 20.05 Uhr.
Von dort bekäme ich um 20.25 Uhr einen Anschlusszug nach Mönchengladbach. Aber für diese Verbindung gilt meine Zugfahrkarte nicht.
Ich seufze.

Die junge Frau neben mir seufzt ebenfalls und blättert eine Seite um.
Ahhh jaaa! Die erste Gefühlsregung seit einer Stunde!
"Traurig?" frage ich sie lauernd.
Sie hebt den Kopf und ich sehe in ein paar große braune Augen.
"Schon", antwortet sie und nickt.
Ich lächele. Sie auch.
Dann widmet sie sich wieder ihrem Buch und ich mich wieder meiner Kekspackung.

To be continued

Tuesday, July 07, 2009

Beckys Birthday - Part II


oder: Der Weg ist das Ziel ;)

It is better to travel hopefully than to arrive
- Japanisches Sprichwort -
~~~~~~


Hallo, meine Lieben!
^^

Ich freu mich so, dass euch mein Bericht über unser gemeinsames Wochenende so gut gefällt! ^^
Bloß - eigentlich war "Beckys Birthday - Part I" noch gar nicht fertig. ;)
Aber wegen eines HTML-Fehlers (?) konnte ich an dem Post nichts mehr ändern oder ergänzen. Von daher geht es hier weiter.
Viel Spaß beim Lesen! ^^


16.58 Uhr
Start: Kaiserslautern - Ziel: Mannheim

In der Zwischenzeit bin ich in Kaiserslautern umgestiegen und sitze jetzt in dem gnadenlos überfüllten RE nach Mannheim. Um mich herum wimmelt es von Studenten.
(Kein Wunder - Kaiserslautern ist eine Universitätsstadt.)

Ich habe Becky schon eine SMS geschrieben, dass sich meine Ankunft verzögern wird.
Laut meinem neuen Fahrplan soll ich um 21.16 Uhr in Mönchengladbach sein.
Aber ich bin misstrauisch (sehr misstrauisch), ob das auch klappt.

Zurück zu meinem gnadenlos überfüllten RE.
Die unbequeme und enge Vierer-Sitzgruppe teile ich mit drei männlichen Mathematik- oder Informatikstudenten, die gerade Hausaufgaben machen und mit düsteren Gesichtern seltsame Formeln vor sich hin murmeln.

Auf der Vierer-Gruppe uns gegenüber, versucht ein junger Student mit zwei jungen Studentinnen ins Gespräch zu kommen, und erzählt von seiner kürzlichen Studienreise nach Italien, bei der er mit seinen Kommilitonen die Professoren unter den Tisch getrunken hat. Ich bin skeptisch, was den Wahrheitsgehalt seiner Erzählung betrifft.
Dieser Typ hat die Ausstrahlung einer Unschuld vom Lande! Vermutlich könnte ich ihn unter den Tisch trinken!
Abgesehen davon, sind derartige Berichte über Sauftouren mit Kumpels nichts, womit man bei Frauen punkten kann! Das kann ich mit Fug und Recht behaupten!
Eine Stimme in mir meldet sich zu Wort und seufzt ein leises "Dilettant. Kein Charme, kein Esprit, keine Ahnung von Frauen. Die beiden siehst du nie wieder."

Aber diese Erkenntnisse werde ich für mich behalten.
Stattdessen werde ich jetzt die Zeitschrift aus meiner Tasche holen und lesen.
Oh... da sind ja auch noch Kekse...! ^^

18.04 Uhr - Mannheim Hbf

"Achtung! Achtung! Wenn sich ein Arzt im Bahnhofsbereich befindet, kommen Sie bitte zu Gleis 8! Achtung! Achtung!" tönte es zum wiederholten Male aus den Lautsprechern des Bahnhofs in Mannheim. Ich stand im Raucherbereich von Gleis 3 und fragte mich, ob der Arzt zu einem Kreislaufkollaps gerufen wurde oder ob jemand unbeabsichtigt (oder beabsichtigt?) aufs Gleis gefallen war.

In Mannheim herrschte Sonnenschein und eine unglaubliche Hitze. Damit hatte ich nach dem Dauerregen auf der Fahrt vom Saarland durch Rheinland-Pfalz überhaupt nicht mehr gerechnet.
Der abrupte Wetterumschwung war eine Herausforderung für meinen instabilen Kreislauf.
Aber das war noch nicht alles, womit ich mich hier konfrontiert sah.

Der ICE Hamburg-Altona über Düsseldorf (meine Endstation, wenn ich nicht einschlief) hatte zehn Minuten Verspätung. -.-
Aber da mir in Düsseldorf sechzehn Minuten zum Umsteigen blieben, hatte ich die Hoffnung, meinen Anschlusszug nach Mönchengladbach trotzdem noch zu erwischen.
Um das Ganze noch ein bisschen spannender zu gestalten, war der ICE Hamburg-Altona einer dieser Züge, bei denen die Wagen irgendwo auf einer Zwischenstation getrennt werden. Soll heißen: Nur ein Teil des Zuges fuhr nach Hamburg und der andere nicht.
Dummerweise hatte ich keine Ahnung (oder es einfach nicht mitgekriegt), ob diese Zwischenstation vor oder hinter Düsseldorf lag. *hust*
Das musste ich noch irgendwie herausfinden, bevor ich am Ende im falschen Teil des Zuges hockte und unterwegs abgehängt wurde...

Zum Glück steuerten zwei Bahnbeamte auf den Raucherbereich zu und blieben neben mir stehen. Mir war egal, ob sie Dienst hatten oder nicht. Die beiden wurden auserkoren, mir zu helfen.

"Wenn Sie nach Düsseldorf möchten, ist es vollkommen egal, in welchen Wagen Sie einsteigen", beruhigte mich der eine der Bahnbeamten.
Na, wenigstens das! Ich atmete erleichtert auf.
Wenn jetzt noch der Zug kam, war alles in Ordnung. ^^"

To be continued

Monday, July 06, 2009

Beckys Birthday - Part I

Die Hinfahrt nach Mönchengladbach

Der folgende Bericht ist auf der Hinfahrt auf meinem Palm entstanden.

14.15 Uhr
Ich sitze im Zug nach SB und bereue, dass ich nicht den Bus um 14.25 Uhr genommen habe...
Der Grund dafür ist die Herde von Schulkindern (LAUTEN Schulkindern!), die das Abteil bevölkern. Ihr Gegröle und Gequieke wird eigentlich nur von den MP3-Playern und Handys übertönt, aus denen in voller Lautstärke schlechter HipHop dröhnt. (Mein Gedanke: "Schon mal was von Rock oder Heavy Metal gehört, ihr kleinen ... ?!?" >.<)
Abgesehen von den Schulkindern, sitzen noch Bundeswehrsoldaten mit im Abteil. Die sind absolut ruhig, und reagieren auf den Lärm und den Tumult um sie herum mit stoischer Gleichmütigkeit. Sehr vorbildlich. Ich beschließe, das genauso zu machen.
Außerdem fällt mir einer der früheren Einträge von Feona ein, in welchem stand, dass man Uriel um Erdung bitten kann.
Ich habe keine Ahnung, ob man auf eine bestimmte Art und Weise darum bittet, ob Erdung in diesem Fall hilft, ob Uriel "daheim ist", geschweige denn, ob er Lust hat, zu erden. Aber einen Versuch ist es wert. Also bitte ich freundlich um Erdung. Es dauert nicht lange, dann kann ich die lärmenden Schulkinder einfach ausblenden. Stattdessen überwiegt wieder die Vorfreude auf das Treffen mit den Mädels. ^^


Von draußen dringt eine schwüle und drückende Hitze durch die geöffneten Fenster. Jetzt fängt es an zu regnen. Nein - Regen ist eigentlich das falsche Wort! Es kommt eine Flutwelle vom Himmel!
Da fällt mir ein, was ich vergessen habe: Eine (Regen-) Jacke...

16.12 Uhr
Laut meinem ursprünglichen Fahrplan sollte ich jetzt im Zug nach Trier sitzen. Stattdessen sitze ich im Zug nach Kaiserslautern. Und warum?

In SB am Bahnhof herrschte Weltuntergangsstimmung. Die Bahnhofshalle war bevölkert von Menschen.
Menschen, die Schutz suchten vor den Wassermassen, die draußen nach wie vor vom Himmel kamen. Menschen, die die Anzeigentafel betrachteten und fluchten. Menschen, die mit verzweifelten Gesichtern auf ihren Koffern saßen (und mir im Weg).
Apocalypse now? Nicht ganz.
Der ICE nach Paris war ausgefallen wegen Unwetterwarnung. Und die anderen Züge hatten - laut Durchsage - fünf bis zwanzig Minuten Verspätung.
Für meine Verbindung war bisher keine Störung bekannt.
Aber bis zur Abfahrt blieben mir noch fünfzig Minuten Zeit.
Ich kaufte etwas zum Essen (Kekse), etwas zum Trinken (Wasser), etwas zum Rauchen (Zigaretten) und etwas zum Lesen (eine Zeitschrift).
(All diese Dinge sollte ich noch dringend benötigen.)
Anschließend machte ich mich auf den Weg zu einem ruhigeren Fleckchen am Seiteneingang des Bahnhofs - der "Smoking Area". ;) Hier stand ich mit ein paar anderen Leuten, rauchte und beobachtete den nicht enden wollenden Regen.
Eine Frau mittleren Alters neben mir telefonierte mit ihrem Handy und seufzte, in Paris sei schönes Wetter gewesen. Dies wurde von zwei jungen Männern murmelnd kommentiert: "Mit Sicherheit ist in Paris schönes Wetter! Im Rest von Deutschland herrscht jetzt bestimmt auch schönes Wetter! Aber wir sind hier im Saarland!"

Die beiden jungen Männer sollten sich gewaltig irren.
Zurück in der Bahnhofshalle kam prompt die Durchsage: Mein Zug nach Trier hatte zehn Minuten Verspätung! *ärgs*
Damit löste sich meine gebuchte Reiseverbindung in Wohlgefallen auf, denn in Trier wären mir nur vier Minuten zum Umsteigen nach Koblenz geblieben. >.<
Ich dachte fieberhaft nach. Wenn ich mich jetzt nicht in einen Zug setzte, würde ich möglicherweise überhaupt nicht mehr aus SB wegkommen. Mir blieb nur eine Möglichkeit - ich musste den Infoschalter entern! Gedacht, getan.
Die Dame am Infoschalter schrieb meine Zugfahrkarte um und druckte mir eine andere Reiseverbindung aus: Kaiserslautern - Mannheim - Düsseldorf - Mönchengladbach.
Meine Ankunftszeit in Mönchengladbach verzögerte sich um ganze fünfundzwanzig Minuten. (Wenn alles gut ging.) Aber egal. Hauptsache war, dass ich dort ankam!