Monday, May 15, 2006

"Erstens: Hi, ich bin der Bela...!"

Ein leidenschaftliches Plädoyer für "BINGO"!
Am Freitag, den 13. Mai 2006, erschien Bela B.'s angekündigtes und (von mir) sehnsüchtig erwartetes Soloalbum "BINGO".
Und nach der ersten Singleauskopplung "Tag mit Schutzumschlag" und einem langen Artikel in der Zeitschrift Orkus, war mir vollkommen bewusst, dass dieses Album eine außergewöhnliche Ergänzung meiner CD-Sammlung werden würde. Dabei war ich mir am Anfang noch nicht einmal sicher, ob es mir gefällt. Jetzt habe ich "BINGO" vor mir liegen, und ich muss sagen, meine Befürchtungen waren unbegründet und ich höre die CD rauf und runter.
17 Lieder, mal schnell, mal langsam, mal lustig, mal traurig. Bela hat seine musikalischen Möglichkeiten in Bezug auf Stil, Melodie, Thematik usw. voll ausgeschöpft.
Angefangen von einem Intro, bei dem ich schluckte, weil ich DAS von Bela nicht erwartet hatte, über Nonsens (mein 1. Favorit: "1., 2., 3."), Tiefgang (mein 2. Favorit "Irgendetwas bleibt"), Sozialkritik ("Whier thind sssuper" - eine Anspielung auf den Werbespot "Du bist Deutschland") bis zu einem Psycho-Duett ("Hab keine Angst"), welches Jürgen und mich ein bisschen an "Where the wild roses grow" von Nick Cave & Kylie Minogue erinnert.
Natürlich konnte ich mir einen Vergleich zwischen den Soloalben von Farin Urlaub und Bela B. beim besten Willen nicht verkneifen. Aber: Kann man die beiden miteinander vergleichen? Nein, das kann man nicht. Man muss Farin Urlaub und Bela B. als das sehen, was sie sind: Solokünstler.
Sie haben gemeinsam als "Die Ärzte" ein Stück deutsche Musikgeschichte geschrieben. Aber das können sie auch alleine! Und zwar völlig unabhängig voneinander.
Punkt.